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Behind the Scenes für Canon: ein Künstlerporträt mit der EOS C50

Behind the Scenes für Canon: ein Künstlerporträt mit der EOS C50

Eine Kamera in die Hand zu bekommen, bevor sie überhaupt zu kaufen ist, klingt nach einem Privileg – und ist vor allem eine Verpflichtung. Canon hat uns für eine Pre-Launch-Produktion eine EOS C50 überlassen, und die Aufgabe war nicht, ein Datenblatt zu bebildern. Sie war, einen echten Film zu drehen und nebenbei zu dokumentieren, wie sich das Gerät dabei schlägt. Herausgekommen ist beides: ein Künstlerporträt über Emir Ramovic und ein Behind-the-Scenes-Paket für die Social-Kanäle von Canon.

Der Künstler und das Werk

Emir Ramovic hat mit „Miraculum” ein 2,40 Meter hohes Regal aus Silestone® entworfen – organisch geformt, eher Skulptur als Möbel. Bei der C•Creations Design Challenge wurde die Arbeit mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Für den Film war der Preis allerdings nur der Anlass, nicht das Thema. Ein Porträt, das bei einer Auszeichnung stehen bleibt, ist eine Pressemeldung mit Bildern. Uns hat interessiert, was davor passiert: die Stille im Atelier, das lange Nichts vor der ersten Linie, der Moment, in dem aus einer Ahnung eine Entscheidung wird. Genau das ist schwer zu filmen, weil es nicht nach außen sichtbar wird – und genau deshalb lohnt es sich.

Hand mit Bleistift zeichnet auf weißem Papier, daneben Modellteile aus Karton
Der Anfang von „Miraculum": Bleistift, Papier, Kartonmodelle. Gedreht mit der Canon EOS C50.

Wir haben deshalb viel Zeit auf die Nebensachen verwendet. Auf Pigment, das mit dem Malmesser über die Palette gezogen wird. Auf Modellstücke, die zum dritten Mal umgestellt werden. Auf einen Verstärkerregler, der zwischen zwei Fingern klickt. Solche Bilder erzählen mehr über eine Arbeitshaltung als jedes Interview – vorausgesetzt, man nimmt sie ernst genug, um sie ordentlich zu leuchten.

Malmesser zieht blaues und ockerfarbenes Pigment über eine Glaspalette, Nahaufnahme
Nahaufnahmen wie diese tragen den Film – 12-bit-RAW hält die feinen Nuancen im Pigment.

Open Gate: ein Dreh, zwei Formate

Die erste Entscheidung fiel vor dem ersten Drehtag, und sie hatte mit Instagram zu tun. Das Porträt sollte als klassischer Film im Querformat funktionieren und als Reel im Hochformat. Der übliche Weg dorthin ist unangenehm: Man dreht 16:9, schneidet den Film fertig und beginnt dann in der Post, jede einzelne Einstellung auf 9:16 zu reframen. Dabei zoomt man ins Bild, verliert Auflösung und muss bei jeder zweiten Einstellung feststellen, dass der Kopf oben abgeschnitten ist.

Wir haben stattdessen im Open Gate gedreht – der volle Sensor, nicht der auf 16:9 beschnittene Ausschnitt. Aus einer Aufnahme lassen sich damit beide Formate herausziehen, mit echtem Spielraum nach oben und unten statt mit einer Notlösung.

Die EOS C50 kann dabei noch etwas, das den Workflow spürbar verkürzt: Dual Format Recording. Sie zeichnet zwei Formate gleichzeitig auf und legt sie auf getrennte Speicherkarten. Für uns heißt das konkret:

  • keine nachträgliche Umrechnung von 16:9 auf 9:16
  • kein sichtbarer Qualitätsverlust durch Reframing
  • deutlich weniger Handgriffe in der Postproduktion

Ein Hinweis zu den Bildraten, weil dazu einiges Halbrichtiges kursiert: Im 7K 3:2 RAW Open Gate liegt die Obergrenze bei 30 fps. Wer schnellere Bewegungen sauber aufzeichnen will, wechselt in den 7K 17:9 RAW-Modus, dort sind bis zu 60 fps möglich. Das ist kein Detail für Technikforen – es entscheidet am Set, welche Einstellung man in welchem Modus dreht.

Studio mit Sichtbeton, Softbox und Plattenspieler im Vordergrund Blaues Material wird vor der Kamera unter zwei Flächenleuchten in Position gehalten

Ein Car Rig, das in zehn Minuten steht

Eine der Szenen zeigt Emir mit seinem engen Freund Philipp im Auto. Autofahrten sind erzählerisch dankbar und produktionstechnisch lästig: Für eine ordentliche Außenaufnahme braucht man normalerweise Saugnapfsysteme, Gegengewichte, Sicherungen – und jemanden, der das alles kennt.

Hier hat die Bauform der Kamera den Unterschied gemacht. Die C50 hat fünf Anschraubpunkte und wiegt rund 670 Gramm. Damit ließ sich das Rig auf der Motorhaube schnell und ohne großen Aufbau befestigen. Für die engeren Perspektiven im Innenraum haben wir sie an einen Magic Arm gehängt – an einer Stelle sogar an einen Bleistift geklemmt, weil sonst nichts in Reichweite war. Mit einer schweren Kamera wäre diese Einstellung schlicht nicht entstanden.

Canon EOS C50 mit Funkstrecke auf der Motorhaube eines Autos befestigt, nachts
Car Rig auf der Motorhaube – aufgebaut in der Zeit, die sonst das Auspacken kostet.

Das ist der eigentliche Gewinn kompakter Technik: nicht die eingesparten Kilos, sondern die Einstellungen, die man sich plötzlich zutraut. Wer 45 Minuten für einen Aufbau braucht, überlegt zweimal, ob eine Idee das wert ist. Wer fünf braucht, probiert sie aus.

Zweiter Drehtag: Barcelona

Am zweiten Drehtag ging es nach Barcelona. Emir zieht dort seit Jahren Inspiration – enge Gassen, Innenhöfe, eine Architektur, die anders mit Licht umgeht als Wien. Ein Ort, an dem man dem Film beim Atmen zusehen kann.

Auslandsdrehs kippen erfahrungsgemäß am Gepäck. Diesmal passte das komplette Setup samt einer Auswahl an RF-Objektiven in einen gewöhnlichen Canon Fotorucksack. Kein Sperrgepäck, keine Diskussion am Flughafen, keine Transportkiste, die man durch die Altstadt schiebt.

Maximilian Wunderlich wechselt in einem Innenhof in Barcelona das Objektiv der EOS C50
Barcelona, zweiter Drehtag: Objektivwechsel im Innenhof. Das ganze Setup passte in einen Fotorucksack.

In der Praxis heißt das: mehr Motive pro Tag. Wir konnten spontan die Location wechseln, wenn das Licht an einer Ecke besser stand – ein Luxus, den man bei größeren Setups gegen Planungssicherheit eintauscht.

Nachts, bei ISO 6400

Künstler arbeiten nicht von neun bis fünf. Vieles von dem, was den Film trägt, ist nach Sonnenuntergang entstanden. Damit war klar, dass wir bei sehr wenig Licht drehen würden – und zwar ohne die Szene mit Filmleuchten in etwas zu verwandeln, das sie nicht ist.

Der Dual-Base-ISO der C50 hat das möglich gemacht. Bei ISO 6400 bleibt das Rauschen so weit im Griff, dass man die vorhandene Stimmung einfach nehmen kann, statt sie nachzubauen. Das ist ein anderer Zugang als „ausleuchten, bis es geht”: Man arbeitet mit dem Licht, das ohnehin da ist, und greift nur dort ein, wo es wirklich nötig ist. Woran ein Bild am Ende cineastisch wirkt – Licht, Brennweite, Bewegung, Farbe –, haben wir auf unserer Schwesterseite ausführlich aufgeschrieben: Was macht ein Bild cineastisch?

Finger drehen den Master-Regler an einem goldfarbenen Verstärker, warmes Licht
Vorhandenes Licht statt nachgebauter Stimmung – möglich durch den zweiten Basis-ISO.

Der zweite technische Punkt, der sich später ausgezahlt hat: Die Kamera zeichnet intern in 12-bit RAW auf. Bei einem Film über einen Künstler ist das keine Spielerei. Silestone hat eine eigene Oberfläche, Pigmente haben eine eigene Sättigung, und beides muss im fertigen Bild stimmen – sonst wirkt das Werk falsch. Im Colorgrading hatte ich dadurch genug Substanz, um Materialität und feine Übergänge herauszuarbeiten, statt sie zu retten.

Projiziertes Archivbild eines Kindes an einer Wand, davor Kamera mit Monitor
Für eine Rückblende haben wir Archivmaterial an die Wand projiziert und abgefilmt.

Und wenn nebenbei Fotos gebraucht werden

Ein Punkt, der im Datenblatt klein wirkt und im Alltag groß ist: Kund:innen brauchen fast immer beides. Der Film ist bestellt, und zwei Tage später kommt die Frage nach Stills fürs Presse-Kit. Die C50 lässt sich per Fotomodus mit einem Griff in eine Fotokamera verwandeln. Für schnelle Zusatzaufnahmen am Set reicht das – und erspart eine zweite Kamera im Rucksack.

Emir Ramovic richtet sein Regal Miraculum aus, während es fotografiert wird
„Miraculum" wird für die Standaufnahmen ausgerichtet.

Was bleibt

Technik ist bei uns kein Selbstzweck. Sie ist interessant, solange sie Zeit freiräumt – und uninteressant, sobald sie zum Thema wird. Bei dieser Produktion hat sie das Erste getan: Der Umstieg auf Open Gate hat Tage in der Post gespart, das kompakte Gehäuse hat Einstellungen ermöglicht, die sonst gestrichen worden wären, und die Reserven bei wenig Licht haben uns erlaubt, nachts einfach weiterzudrehen.

Am Ende zählt trotzdem nur, ob der Film seinen Gegenstand trifft. Ob man Emir nach knapp anderthalb Minuten ein Stück weit kennt. Ob „Miraculum” nicht wie ein Möbelstück aussieht, sondern wie das Ergebnis einer Suche. Das entscheidet keine Kamera – aber die richtige stellt sich wenigstens nicht in den Weg.

Wie wir Marken- und Kampagnenfilme sonst angehen, steht auf unserer Seite zu Commercial & Werbefilm; weitere Arbeiten aus acht Jahren gibt es im Portfolio. Für Unternehmensfilme führen wir das Thema auf imagefilmwien.at im Detail aus.

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