Ein Musikvideo, das mehr erzählt: „Knock & Run“ mit Sinikka Monte

Ein Musikvideo sollte für mich mehr sein, als einen Song einfach nur zu bebildern. Es soll die Stimmung aufgreifen und ihr etwas Eigenes hinzufügen. Genau das war unser Ziel bei „Knock & Run” mit Sinikka Monte.
Am Anfang steht immer die Musik
Bei uns beginnt ein Musikvideo nicht mit einem Storyboard, sondern mit Kopfhörern. Wir hören den Song immer wieder – am Weg in die Arbeit, im Schnittraum, abends –, bis sich die ersten Bilder von selbst einstellen. Welche Farben trägt dieser Song? Ist er eng oder weit, kühl oder warm, treibend oder schwebend? Erst wenn wir ein Gefühl dafür haben, wohin die Musik will, fangen wir an, daraus ein Konzept zu bauen.
Wichtig ist uns dabei, dass das Video nicht nur zum Song passt, sondern auch zur Künstlerin. Sinikka Monte hat eine sehr eigene Präsenz, und ein Konzept, das über ihren Kopf hinweg entwickelt wird, würde man dem fertigen Video ansehen. Also haben wir die Bildsprache so gewählt, dass sie ihr Raum gibt, statt sie in eine fremde Idee zu zwängen.
Drei Tage im Grand Hotel Wien
Gedreht haben wir „Knock & Run” an drei Tagen im Grand Hotel Wien. Ein Ort wie dieser ist Geschenk und Herausforderung zugleich: Die Räume erzählen von sich aus eine Geschichte – Marmor, hohe Decken, dieses Nebeneinander aus Eleganz und Distanz –, aber genau deshalb muss man aufpassen, dass die Location die Künstlerin nicht überstrahlt. Wir haben das Haus als Bühne genutzt, nicht als Hauptdarsteller.
Drei Drehtage klingen nach viel, sind bei der Bilddichte eines durchkomponierten Musikvideos aber schnell knapp. Jede Einstellung will gesetzt, ausgeleuchtet und mehrfach gefahren werden – und das Licht in einem historischen Haus mit großen Fenstern ändert sich über den Tag ständig. Wer hier nicht plant, verliert die Anschlüsse.
Ein rund 20-köpfiges Team – und warum Größe Planung braucht
Am Set war ein rund 20-köpfiges Team im Einsatz: Kamera, Licht, Ausstattung, Hair & Make-up, Styling, Regie, Produktion. Bei dieser Größe entscheidet nicht die einzelne Person über den Drehtag, sondern wie gut alle ineinandergreifen. Eine unklare Ansage, ein fehlendes Kabel, eine Szene, die niemand vorbereitet hat – und zwanzig Leute stehen.
Genau deshalb steckt der größte Teil der Arbeit vor dem ersten Klappenschlag: im Drehplan, in der Shotlist, in der Absprache, wer wann was macht. Wenn diese Vorbereitung sitzt, fühlt sich ein großes Set ruhig an – nicht hektisch. Und diese Ruhe überträgt sich auf die Aufnahmen. Man sieht einem Video an, ob am Set Druck oder Konzentration geherrscht hat.
Was ein Musikvideo über die Bebilderung hinaus leistet
Ein Song funktioniert auch ohne Bild. Die Frage ist also nicht, ob ein Musikvideo die Musik „zeigt”, sondern was es ihr hinzufügt. Für uns ist das die entscheidende Ebene: eine visuelle Erzählung, die neben dem Song steht und ihn erweitert, statt ihn nur zu illustrieren. Ein gutes Musikvideo gibt dem Song ein zweites Gedächtnis – man hört die Musik später und sieht die Bilder mit.
Unser Anspruch
Am Ende geht es genau darum: ein Video zu schaffen, das den Song ergänzt und ihm eine zusätzliche Ebene gibt. Wenn Zuschauer nach dem Anschauen nicht nur die Musik, sondern auch die Bilder im Kopf behalten, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Das fertige Musikvideo „Knock & Run” mit Sinikka Monte: jetzt ansehen.